Übung macht den Meister!

Wenn sich etwa 60 aktive Feuerwehrmitglieder jeden zweiten Donnerstag treffen...
...um feuerwehrtechnisches Gerät aufzubauen
...im Team Übungsszenarien zu lösen
...tausende Liter Wasser durch zig hundert Meter an Schlauchstrecke zu pumpen,
dann ist das grundsätzlich viel Arbeit.

Es macht aber unter Anleitung auch Spaß, dazu erweitert es den Horizont und zeigt auf, wozu eine Gruppe in kurzer Zeit fähig ist.

Jedes Jahr macht dies in Summe viele hundert Übungsstunden, die unsere Mitglieder freiwillig und ohne Bezahlung aufbringen. Dazu kommen noch etwaige Sonderübungen, die Brandschutzerziehung in den Schulen und Kindergärten, den Lehrgänge an den Feuerwehrschulen, den Maschinisten Übungen, Übungseinheiten unter Atemschutz, und vieles mehr...

Aber warum machen wir das?

Weil es ein gutes Gefühl ist, im Notfall schnell und effizient hilfe leisten zu können.

Das Wissen und die Erfahung eines Feuerwehrdienstleistenden einer freiwilligen Feuerwehr bekommt niemand in die Wiege gelegt und ist definitiv nicht selbstverständlich.

wenn es zuhause brennt


realitätsnahe Übungen für Atemschutzgeräteträger durchgeführt

Die Lagemeldung lautete „Brand Einfamilienhaus – mehrere Personen vermisst“ - somit sollte jedem Feuerwehrdienstleistendem klar sein, welche Aufgaben auf ihn zukommen. Um diese Routine zu erlangen, wurden dieses Jahr alle Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Vilsbiburg in sogenannten Kleinübungsgruppen aufgeteilt, wo sie bei Übungen mit realen Übungszenarien gefordert wurden. So musste unter starker Rauchentwicklung ein komplettes Wohnhaus nach Personen und möglichen Gefahren abgesucht werden. Als Übungsort diente ein leerstehendes Wohnhaus der Stadt. Einsatznahe Übungen sind besonders für Atemschutzgeräteträger wichtig, um Ihre Fähigkeiten im Bewustsein zu halten, damit im Einsatz auch wirklich jeder Handgriff sitzt.

Zwölf Feuerwehren im Einsatz

Großübung mit 140 Einsatzkräften auf dem Gelände der Firma Bulthaup durchgeführt

Die Lage für eine Feuerwehrgroßübung in den Abendstunden auf dem Gelände der Firma Bulthaup hatte einen dramatischen Charakter: Die CO2 Löschanlage in der Lackierhalle hatte ausgelöst, sodass der gesamte Bereich rund 3 Meter hoch mit CO2 geflutet war. Mehrere Personen waren in der Halle vermisst gemeldet worden. Durch die eingesetzten Feuerwehren wurde die Lage mit Bravour gemeistert.

 

Text und Fotos: Dominik Götz

Eine knifflige Aufgabe gelöst

"Verletzte Person nach Arbeitsunfall auf dem Dach der Waschstraße Gaube in Vilsbiburg" - an und für sich eine einfache Aufgabe, die es in einer weiteren Zugübung zu lösen galt. Dass es diese "Einsatzmeldung" aber durchaus in sich hatte, zeigte sich den Einsatzkräften der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg sehr schnell bei der Erkundung der Übungsstelle. Problematisch stellte sich die Lage der verletzten Person dar. Bei Dacharbeiten stürzte diese auf ein Plexiglasdach, das an dieser Stelle nicht begehbar und auch mit der Drehleiter nur sehr schwer erreichbar war. Schließlich konnte die Person doch mittels Schleifkorbtrage gerettet werden. Vorsorglich wurde auch unterhalb des Daches das Schnelleinsatzgerüst aus dem Rüstwagen aufgebaut und die die Einsatzstelle vollständig ausgeleuchtet.

Wenn Retter in Not sind...


Den Einsatz beim Absturz eines Rettungshubschraubers am Kreiskrankenhaus Vilsbiburg trainiert.

Als Ausgangslage für eine Zugübung der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg wurde angenommen, dass ein Rettungshubschrauber kurz nach dem Start am Landeplatz des Kreiskrankenhauses Vilsbiburg auf Grund eines technischen Defektes abstürzte. Das Triebwerk fing Feuer, so dass der Hubschrauber aus geringer Höhe neben die Rasenfläche im Krankenhauspark stürzte. Simuliert wurde der Hubschrauber mit dem Personentransportwagen des Kreiskrankenhauses. Die Aufgabe der eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg war es zunächst, die Hubschrauber-Crew und den "aufgenommenen Patienten " zu retten und dem Krankenhauspersonal zur weiteren Behandlung zu übergeben. Anschließend wurde mit Löschschaum über den Wasserwerfer des Tanklöschfahrzeuges und über ein tragbares Schaumrohr die Brandbekämpfung aufgenommen. Mit der Drehleiter wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet. Da auch angenommen wurde, dass die "Verletzten" mit weiteren Hubschraubern in andere Krankenhäuser verlelgt werden mussten, wurde von der Besetzung des Gerätewagens Logistik ein Hubschrauberlandeplatz auf einem nahegelegenen Feld eingerichtet und ausgeleuchtet. Im Anschluss an die Übung erläuterte Bernhard Pichler, Brandschutzbeauftragter des Kreiskrankenhauses, den Einsatzkräften die Abläufe, wenn ein Rettungshubschrauber am Krankenhaus landet und welche Hilfsmittel für Notfälle vorgehalten werden.

Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person


Übung der Vorgehensweise bei diesem häufigen Einsatzstichwort

Der Verkehr auf den Straßen und die Zahl der Fahrzeuge nehmen immer mehr zu. Glücklicherweise nimmt aber die Zahl derer, die bei Unfällen verletzt oder gar getötet werden, stetig ab. Dies ist zum einen auf die bessere Ausbildung der Fahrzeuglenker, aber auch auf die bessere Ausstattung der Fahrzeuge mit Assistenz- und Sicherungssystemen zurückzführen. Wer hätte daran gegelaubt, dass Airbags in Fahrzeugen Standards werden oder dass Knautschzonen und Aufprallenergien bei der Entwicklung von Fahrzeugen eine immer bedeutendere Rolle spielen werden?

Aber all diese Entwicklungen bringen für die Feuerwehr auch stetig neue Herausforderungen mit sich, die es dann bei einem Unfall zu beherrschen gilt - wenn es daraum geht, schnellstmöglich in ihren Fahrzeugen eingeklemmte Unfallopfer zu retten. Daher ist es unerlässlich, die Vorgehensweise bei einem Verkehrsunfall immer wieder unter realistischen Bedingungen zu üben. Die Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg hat hierzu jederzeit die Möglichkeit, auf dem Gelände der Vilsbiburger Autoverwertung Hertenberger kostenlos Unfallsituationen nachzustellen und die Gerätschaften auszuprobieren.

Pkw von Zug erfasst, Personen eingeklemmt - Übung im Gleisbereich der Südostbayernbahn


Unter einem Triebwagen eingeklemmte Person befreit

Zu einer großangelegten Übung im Gleisbereich der Südostbayernbahn wurde die Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg zusammen mit weiteren umliegenden Feuerwehren von der benachbarten Feuerwehr Aich eingeladen. Hierzu erfolgte die Alarmierung durch die Integrierte Leistelle Landshut: "Pkw von Zug erfasst, Personen im Pkw und eine Person unter Zug eingeklemmt, mehrere Personen im Zug verletzt, Zug steht auf der Bahnstrecke Landshut-Mühldorf in Höhe der Ortschaft Hilling."

Nach der Erkundung erhielten die Kräfte der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg vom Einsatzleiter, dem örtlich zuständigen Kommandanten der Feuerwehr Aich, den Einsatzauftrag, die unter dem Personenzug eingeklemmte Person zu befreien. Hierzu musste zunächst mittels tragbarer Leitern die Einsatzstelle zugänglich gemacht werden. Anschließend mussten die Rettungsmittel - in der Hauptsache Rüstholz unterschiedlicher Länge und hydraulische Winden - die 5m hohe Böschung hochgeschafft werden. Auf dem Gleisbett wurde der Untergrund mit Rüsthölzern behelfsmäßig so untergebaut und vorbereitet, dass die hydraulischen Winden an den gekennzeichneten Hebpunkten des Triebwagens angesetzt werden konnten. Unter den Augen des Notfallmanagers der Südostbayernbahn wurden dann der Triebwagen wenige Zentimeter hochgehoben, so dass die eingeklemmte Person unter dem Zug hervorgezogen werden konnte.

Währenddessen wurde von der Feuerwehr Bodenkirchen eine Person, die im Pkw eingeklemmt war, befreit. Die Feuerwehren aus Aich und Bonbruck betreuten die Fahrgäste im Zug und begleiteten die gehfähigen Personen zur Sammelstelle. Von dort wurden sie mit dem Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg zur Sammelunterkunft gebracht. Nicht mehr gehfähige Fahrgäste wurden über Krankentragen aus dem Zug gerettet. Parallel wurde von weiteren Feuerwehren ein Böschungsbrand abgelöscht, da sich Gras und Büsche aufgrund des Unfallereignisses entzündeten.

Übungen im Gleisbereich der Bahn AG bedürfen einer sorgfältigen und langwierigen Vorbereitung und engen Abstimmung mit den beteiligten Stellen. Sie können daher in dieser Form und in diesem Umfang nur sehr selten durchgeführt werden. Diese Übung war nur möglich, da aufgrund von Bauarbeiten die Bahnstrecke Landshut-Neumarkt St. Veit für wenige Tage gesperrt war.

Übung zum Schutz des Ökosystems Vils


Ölwehrübung mit einer zweifachen Ölsperre auf der Vils

Aufbau einer zweifachen Ölsperre in der Vils am Volksfestparkplatz und am Parkplatz Färberberanger, um die weitere Ausbreitung eines (fiktiven) Ölteppichs auf der Vils zu verhindern - das war der Einsatzbefehl für eine Zugübung. Sofort wurden die auf einem Rollwagen verlasteten Ölsperren am Vilsufer ausgerollt, mit Druckluft aus dem Fahrzeugkompressor des Rüstwagens aufgeblasen und an zwei geeigneten Stellen ins Wasser gebracht. Mit Hilfe des Schlauchboots wurden die Sperren jeweils an das jenseitige Ufer gezogen und dort mittels Erdanker bzw. an einem Baum befestigt. Am diesseitigen Ufer wurde durch die Landmannschaft die Sperre ebenfalls befestigt und ein kurzes Sperrenteil am Ufer entlang als Verschmutzungsschutz ausgelegt.

Beim Einbringen einer Ölsperre muss darauf geachtet werden, dass diese nicht senkrecht zur Fließrichtung, sondern in einem von der Strömung abhängigen Winkel eingesetzt wird. So ist sichergestellt, dass sich auf der Wasserobefläche schwimmendes Öl in einem Dreick sammelt und dann abgesaugt werden kann. Daher müssen die Stellen, an denen Ölsperren eingesetzt werden, auch mit Lkw befahrbar sein.

Die Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg verfügt über eine umfangreiche Ausstattung zur Ölwehr und zur Ölschadensbekämpfung, die der Landkreis Landshut zentral in Vilsbiburg stationiert hat. Hierzu zählen neben verschiedenen Pumpen, Aggregaten und Auffangmöglichkeiten auch aufblasbare Ölsperrensegmente, die in beliebiger Länge zusammengfügt werden können. Der Landkreis Landshut hat im Rahmen des Ölwehr-Konzepts auf der Vils als Ergänzung noch weitere Ölsperrensegmente für die Feuerwehren Geisenhausen, Gerzen und Velden finanziert.

Vom Rauch eingeschlossen


Zugübung im Pfarrheim St. Josef in Vilsbiburg

"Kellerbrand im Pfarrheim St. Josef in Vilsbiburg - mehrere Personen, die teilweise nicht gehfähig sind, vom Rauch im Keller eingeschlossen - mindestens eine Person vermisst." So lautete der "Einsatzbefehl" für den zweiten Zug der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg zu einer realistischen Zugübung. Unter schwerem Atemschutz drangen gleichzeitig mehrere Feuerwehrkräfte zur Personensuche in das Übungsobjekt ein. Währenddessen wurde eine Gruppe eingeschlossener Jugendlicher von außen mittels Steckleiterteilen über einen Lichtgraben gerettet. Vorsichtshalber wurde auch die Drehleiter in Stellung gebracht, um bei einer Durchzündung des Gebäudes sehr schnell den sehr eng angrenzenden Pfarrhof zu schützen. Die "geretteten" Jugendlichen wurden alle namentlich am Sammelplatz erfasst und konnten dann dem weiteren Übungsverlauf zuzusehen. Beide Überdrucklüfter der Feuerwehr wurden zum Entrauchen des Gebäudes eingesetzt und so konnte auch rasch "Feuer aus" gemeldet werden.

Von Seiten der Pfarrei waren Gruppenleiter und Teamverantwortliche vor Ort und beobachteten gespannt das Übungsgeschehen. Vor der Übung wurden sie von Kommandant Grimm in das Verhalten bei einem Brandfall eingewiesen, speziell im Hinblick auf ihre Verantwortung für ihre Gruppenmitglieder. Die Übung verdeutlichte allen Zuschauern, wie schnell sich Rauch ausbreitet und damit die Flucht nach draußen behindert.

Rettung aus luftiger Höhe


Rettung einer erkrankten Person von einem Baustellenkran mittels Drehleiter

"Ein Mitarbeiter einer Baufirma war mit Wartungsarbeiten an einem Baukran beschäftigt und stieg hierfür den Turm hoch. Der Mitarbeiter bekam beim Besteigen ungefähr auf halber Höhe Kreislaufprobleme und konnte im Turm aus eigener Kraft nicht mehr absteigen. Ein Kollege setzte daraufhin den Notruf ab und wartete das Eintreffen der Rettungskräfte ab."

Dies war die Ausgangssituation für eine realitätsnahe Übung der Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg auf einer Vilsbiburger Baustelle. Die ersteintreffenden Feuerwehrkräfte - Rettungsdienst und Notarzt sollten fiktiv per Hubschrauber ca. 20 Minuten später eintreffen - begannen sofort mit der Vorbereitung der Erstversogung und Rettung der erkrankten Person. Nach der Sicherung des Krans stiegen hierzu zwei Feuerdienstleistende mit Absturzsicherung zum Patienten vor und sicherten diesen, bis er schließlich mittels Schleifkrobtrage über die Drehleiter auf den Boden gebracht werden konnte. Währenddessen wurde ein Hubschrauberlandeplatz in unmittelbarer Nähe zur Einsatzstelle aufgebaut, so dass nach ca. 30 Minuten der Patient an die Luftretter "übergeben" werden konnte.

Übung unter dem Schutzmantel Mariens


Zugübung in der Wallfahrtskirche Maria Hilf Vilsbiburg

Im Rahmen der diesjährigen Zugübungen wurde als Übungsobjekt auch ein Brand in der Sakristei der Wallfahrtskirche Maria Hilf Vilsbiburg angenommen. Die Aufgabe der Feuerwehrkräfte war es, zum einen zwei bewusstlose Personen aus der "verrauchten" Sakristei zu retten. Hierzu wurde eine vierteilige Steckleiter auf der Rückseite des Gebäudes vorgenommen. Außerdem wurde der "Brand", der sich auf den Dachstuhl auszubreiten drohte, mittels Drehleiter von außen bekämpft, während Kräfte unter schwerem Atemschutz bis zum "Brandherd" vordrangen. Schließlich galt es noch, das Gebäude mittels Überdruckbelüftung zu entrauchen.

Zum Start in die Freibadsaison


Gefahrgutübung im Freibad Vilsbiburg

zum Start in die diesjährige Freibadsaison übten die Feuerwehr der Stadt Vilsbiburg sowie die beiden Ortsteilfeuerwehren Frauensattling und Gaindorf das Vorgehen, wenn es zu einem Zwischenfall in der Chlorgasanlage des Freibades kommt. Nach der theoretischen Vorbereitung der Führungsmannschaft in der tournusmäßigen Dienstgradbesprechung wurde in der Realität eine Leckage beim Wechseln der Chlorgasflaschen beübt. Hierbei gilt es zunächst einmal den Gefahrenbereich weiträumig abzusperren und anschließend mit Messungen die Ausbreitung des Chlorgases festzustellen. Gleichzeitig wird austretendes Chlorgas mittels Wasserschleiern niedergeschlagen, bis der Gasaustritt letztlich gestoppt wird. Hierzu muss die Feuerwehr unter gasdichter Chemikalienschutzkleidung vorgehen. Zum Ablegen dieser Chemikalienschutzkleidung ist der Aufbau eines sogenannten Dekontaminationsplatzes notwendig, wo die Feuerwehrdienstleistenden zunächst abgewaschen und anschließend "unter besonderer Vorsicht aus den Gummi-Anzügen augezogen werden".

Atemschutz-Gewöhnungsübung

Das Arbeiten unter Atemschutz ist im Feuerwehrdienst zu einem unerlässlichen Bestandteil geworden. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, absolvierten im vergangenem Jahr sieben Mitglieder der Feuerwehr Vilsbiburg die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger. Um im Ernstfall bei Hektik, Dunkelheit und Hitze trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren, heißt es jetzt für die neuen Geräteträger - üben, üben, üben...

Um dem gerecht zu werden, organisierte der neue Leiter im Fachbereich Atemschutzbereich, Florian Saxstetter, die erste Atemschutz-Gewöhnungsübung im neuen Jahr. Hierfür wurde in der Waschhalle der Feuerwehr ein Übungszenario mit Übungspuppen und Disconebel aufgebaut, um eine annähernd realistische Kulisse erzeugen zu können.